Gestrandet

Gestrandet (engl. stranded) ist ein deutscher Spielfilm (Mediumlänge) von 2017, der das Thema „Asyl“ respektive „Flucht“ einmal auf eine andere, anspruchsvollere Weise behandelt, als man es vielleicht aus den Nachrichten oder Dokumentationen her kennt. Regie führte hier der Münchner Kai Sitter, der auch als Koproduzent und Cutter fungierte.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die schicksalhafte Begegnung der Polizistin Katharina (Regina Speiseder) und der Geflüchteten aus Syrien, Samira (Lelas Al-Syed Solaeman). Beide sind starke Persönlichkeiten, die gerne ihr Leben selbst bestimmen möchten. Samira würde gerne das Flüchtlingsheim verlassen, um in Deutschland Fuß fassen zu können. Katharina ist ehrgeizig und voller Tatendrang, sie möchte sich für Gerechtigkeit und Schutz einsetzen. Als sich eines Tages vor Samiras Flüchtlingsunterkunft Demonstranten versammeln und gegen Asylbewerber vorgehen wollen, treffen die beiden Frauen erstmals aufeinander, wobei Katharina verletzt wird und vom Dienst eine Weile pausieren muss. Von nun an werden die Frauen jeweils vom Geist der anderen heimgesucht. Katharina möchte dem auf den Grund gehen und versucht, Samira wieder aufzuspüren, um Erklärungen für das Erscheinen ihres Geistes zu bekommen. Doch die Frau aus Syrien ist aus dem Flüchtlingsheim verschwunden …
Sehr interessanter Film über das Flüchtlingsthema, der hier nicht nur bloße Darstellungen über Asylbewerber bietet, sondern auch sehr viel an Symbolik auf verschiedenen Ebenen miteinbringt. „Der Fokus liegt auf dem Neuankommen, dem Gestrandetsein. Wasser im Film beschreibt auch das Flüchtige. Im christlichen und islamischen Glauben gibt es Schutzgeister, die helfen, aber die beiden Frauen haben so starke Persönlichkeiten, dass sie sich nicht helfen lassen wollen und gegenseitige Hilfe zu spät erkennen“ (Kai Sitter). Der Kurzfilm ist vielleicht auch deshalb anspruchsvoll und auf den ersten Blick nicht so leicht zu verstehen, da durch die Montage des Streifens die Geschichte nicht einfach chronologisch abläuft und durch das Auftauchen der Geister der jeweils anderen etwas Konfusion beim Zuschauer entsteht. Doch auf den zweiten Blick erkennt man eine große Kohärenz zwischen der filmischen Handlung und den eingesetzten, filmischen Mitteln wie Schnitt, Musik und Sprache beziehungsweise Kommunikation. Gedreht wurde übrigens mit einer Mischung aus Profi- und Laiendarstellern in München.

[Spielfilm, Deutschland 2017, 30 Min.]

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